Der (in-)diskrete Charme der Bourgeoisie
- oder "Ein Prost auf die Pleite" ...
... so jedenfalls die Artikelüberschrift im Kölner Stadtanzeiger vom 13.10.2008. Weiter heißt es: "Zwei angeschlagene Banken haben in Monaco rauschende Bankette gefeiert... Rund 50 Manager der Finanzgruppe Fortis und 200 Manager der belgisch-französischen Finanzgruppe Dexia haben es sich nach Informationen der belgischen Zeitung De Morgen in den vergangenen Tagen im Hotel des Paris so richtig gut gehen lassen. Sie haben geprasst, während die Anleger in aller Welt litten. Getafelt wurde im Dreisternerestaurant des Hotel de Paris 'Louis XV' von Meisterkoch Alain Ducasse oder im Salle Empire, wo Ducasse-Kollege Frank Cerutti kocht. Die exakten Kosten der Fortis- und Dexia-Manager-Meetings in Monaco sind nicht bekannt. Sie dürften nach vorsichtigen Schätzungen aber um die 400 000 Euro betragen haben."
Dazu fällt mir eine Szene aus dem Bunuel-Film DER DISKRETE CHARME DER BOURGEOISIE ein. Die dort porträtierte Clique hat auch nichts anderes im Sinn, als angesichts diverser politischer und gesellschaftlicher Krisen ausgiebig zu tafeln. Im Gegensatz zur aktuellen Realität - siehe oben - werden sie dabei allerdings immer unterbrochen - und in einer Szene des Films bereitet eine Gruppe von Terroristen der Bourgeoisie das finale Ende. Schütte nannte diese Schlüsselszene "Appetitus interruptus" - welch treffendes Wort. Doch die Frage bleibt: Wer befreit UNS von diesen Spukgestalten?