Die Fremde
von Feo Aladag - Deutschland 2010 - 119 Min.
Die 25-jährige Umay lebt mit ihrem kleinen Sohn Cem in Berlin. Sie hat sich von dem bei seiner Familie in Istanbul lebenden Ehemann getrennt, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Ihre Eigenständigkeit passt auch nicht in die traditionellen Lebensformen ihrer eigenen Familie, die in Berlin lebt. Es kommt zu Streit, Auseinandersetzungen und Handgreiflichkeiten. Die Ehre der Familie steht auf dem Spiel. Umay kämpft um ihre Familie, obwohl diese sie verstoßen hat. Der Weg zu einem anderen Leben bleibt ihre versperrt; sie muss für ihre Entscheidung einen hohen Preis zahlen. Ein Happy end gibt es nicht.
Mit wenigen, eindringlichen Skizzen illustriert die Regisseurin, Produzentin und Drehbuchautorin Feo Aladag in ihrem Kinodebüt das Innenleben türkischer Familien, die Opfer ihrer Konventionen und Zwänge sind, und lieber daran zerbrechen, als sich umzustellen. Sibel Kekilli setzt ihr ganzes Können ein, um die Situation der ausgestoßenen Frau emotional bewegend Dritten zu vermitteln. Überraschend auch die Leistung von Nizam Schiller als Cem, der hin- und hergetrieben wird, nirgendwo zu hause ist und nur die Nähe seiner Mutter hat.