Porträt Horst Schäfer
Wertung: kann man sich ansehen

Vergebung

von Daniel Alfredson - Schweden 2009 - 146 Min.

Es bleibt dabei: auch beim zweiten Sehen des Films kommt man zu dem Urteil, dass die erste Stieg Larsson- Verfilmung "Verdammnis" noch die gelungenste ist. Was danach kam, flacht ab. Der aufrechte, todesmutige Journalist, der rücksichtslos .- und fast immer im Alleingang - Kapitalverbrechen der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ebenen aufdeckt, ist seit Jahrzehnten eine Spezialität des skandinavischen Krimis. Also nicht neu, auch wenn es wie hier lang- und breitgewalzt wird. "Vergebung" ist eine nicht aufeinander abgestimmte Mischung aus Polit-Thriller, Justiz- und Gerichts-Krimi und Agentenfilm. Da fügt sich am Ende alles passend zusammen. Leider überraschungsarm und blutleer.

Was bleibt als Gesamteindruck: die konzentrierte Hochleistung der Romane von Stieg Larsson und Noomi Rapace als Lisbeth Salander. Eine außergewöhnliche Figur, nachhaltig eindrucksvoll und so stark, dass sie sogar den Charakter ihres literarischen Vorbildes mühelos übertrifft.