Fantasy Filmfest Fear Good Movies
im Cinedom Köln
Alle Jahre wieder! Auch diesmal ein Grund, die Tage im Kalender vorzumerken und freizuhalten. Leider war ich am Anfang verreist und konnte diesmal nur einige Filme aus dem Angebot der letzten Tage sehen.
KILLER JOE (USA 2011, Regie: William Friedkin) hat einen außergewöhnlichen Titelhelden: Ein Cop, der sich als Killer verdingt; ein zwiespältiger Charakter mit undurchschaubaren, rätselhaften Verhaltensmustern. Er wird engagiert, um durch den Auftragsmord an eine Frau deren Restfamilie eine Erbschaft zu sichern. Das alles spielt im Milieu der Kleinkriminellen und Drogendealern. Messerscharfe Dialoge und aufreizende sexuelle Szenen machen diesen Film besonders bemerkenswert.
BRAKE (USA 2012, Regie: Gabe Torres) ist demgegenüber vergleichsweise konventionell. Es geht - ähnlich wie in "Buried" um einen Mann, der in der klaustrophobischen Enge einer Plastiktruhe ums Überleben kämpft. Aber diese befindet sich nicht unter der Erde, sondern in einem Auto mit merkwürdigem Fahrverhalten. Die Auflösung ist nicht der Rede wert, aber Stephen Dorff beweist hier wieder einmal mehr seine Eignung für herausfordernde Rollen.
LES LYONNAIS / A GANG STORY (F/B 2011, Regie: Oliver Marchal). Ein Film in allerbester französischer Krimi-Tradition. Es geht um zwei Jugendfreunde und deren Aufstieg von Kleinkriminellen zu erfolgreichen Gangsterbossen. Es geht auch um Freundschaft und Verrat und um die Balance zwischen zwei Blutsbrüdern, die durch undurchschaubare und unvorhersehbare Vorkommnisse empfindlich gestört wird. Inspiriert wurde der Film durch die Memoiren des französischen Gangsters Edmond Vidal. Hautnaher und realistischer geht es nicht. Früher hätten Jean Gabin und Lino Ventura die Hauptrollen gespielt.
THE WEE MAN (GB 2012, Regie: Ray Burdis). Es geht um die Geschichte von Paul Ferris, der in den 60ern im berüchtigten Arbeiterviertel Black Hill aufwächst und zum gefürchtetsten Mann Glasgow wird. Ein hammerharter Film mit Martin Compston in der Hauptrolle. Damit spielt er sich in die erste Liga der europäischen Filmschauspieler. Es gibt, keinen weiteren Film mit ihm zu versäumen.
THE CAT (Südkorea 2011, Regie: Seung-wook Byen). Ein Horrorfilm, in dem sich die Katzen nicht mehr länger alles gefallen lassen. Sie schlagen zurück - so wie einst die Vögel bei Hitchcock. Egal, ob man Katzen liebt oder sie hasst: jeder wird in seinen Vorurteilen bestätigt.
THE AWAKENING (GB 2011, Regie: Nick Murphy). GB 1921. In einem abgelegenen Knabeninternat spukt es. Genau das richtige Ambiente für wohldosierten Grusel und der richtige Ort für den Auftritt einer Geisterjägerin, die von allen guten Geistern verlassen und von bösen gejagt wird. Mit Rebecca Hal und Dominic West in den Hauptrollen hervorragend besetzt.
GRABBERS (GB/IR 2012, Regie: Jon Wright). Ausgerechnet eine traumhaft schöne irische Insel ist der Landeplatz für riesige, krankenähnliche Aliens, die gerne Menschen verzehren und Dinge zerstören. Doch die Iren wissen, wie man diese blutsaugenden Wesen bekämpft und vernichtet: mit Whiskey, Guinness und selbstgebrautem Schnaps - je hochprozentiger, desto wirkungsvoller. "Slainte! Auf die Sieger!" Nicht versäumen, ins Kino zu gehen und anschließend in den Pub.
A CHINESE GHOST STOY (China/Hongkong 2011, Regie: Wilson Vip. Dort, wo "A Chinese Ghost Story" drauf steht, ich auch eine drin. Hier sind die Dämonen weiblich und wieder einmal mehr beweist es sich, dass Männer sich nicht in Dämonen verlieben sollen. Ein Upgrade des Filme aus den 80ern.
Muss man aber nicht unbedingt sehen - es sei, die Augen brauchen Bewegung.
THE BAYTOWN OUTLAWS (USA 2012, Regie: Barry Battles). Nichts verraten! Hineingehen! Alle Voraussetzungen für einen Kultfilm.