Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

Oh Boy!

von Jan Ole Gerster -D 2012 - 83 Min.

Niko lebt in Berlin - und in den Tag hinein. Er sucht nach seinem Platz in dieser Welt, streift durch die Stadt und erlebt einen Tag und eine Nacht (in einem Schwarz-weiß-Film), was dem Kaleidoskop der Stadt entspricht. Eine melancholische, selbstironische Tragikomödie, die dem schauspielerischen Potential des Hauptdarstellers Tom Schilling entspricht und ihn als Identifikationsfigur authentisch macht. Schilling ist im wahrsten Sinne des Wortes seit Jahren schon ein "Jung-Star"; gleich in der ersten Szene des Films sieht man ihn zusammen mit der überragenden Film-, TV- und Bühnenschauspielerin Katharina Schütter, die ebenso wie er schon als Jugendliche vor der Kamera stand.

"Oh Boy!" ist nicht vergleichbar mit den Schwabing-Filmen aus den 60er-Jahren wie "zur Sache,Schätzchen"; gemeinsam ist ihnen aber, jeweils ein originäres und zeittypisches Porträt eines Lebensgefühls zu vermitteln, das unaufdringlich daherkommt, aber nachhaltig wirkt. Jan Ole Gerster (Buch und Regie) hat nach einigen bemerkenswerten Kurzfilmen hier sein Spielfilmdebüt geliefert und zählt zu den Hoffnungsträgern eines neuen deutschen Films,der angenehm von dem Schema der Betroffenheits- oder Beziehungskisten-Filme abweicht.