Stoker
von Park Chan-wook – USA 2012 – 100 Min.
Das ist der erste Film des südkoreanischen Regisseurs Park Chan-wook in den USA.
War sein „Oldboy“ ein hammerhartes Action-Drama mit wahnwitzigen Szenen und atemberaubender Kameraführung, so ist „Stoker“ eher in der Tradition der Hitchock- und Lynch-Filme zu sehen. Mit dem Autor von „Dracula“ hat dieser Film allerdings keine direkten Berührungspunkte. Der Filmtitel versteht sich als eine aufschlussreiche Denkanleitung zum Einstieg in ein faszinierendes Spiel mit Bildern aus Gegenwart und Vergangenheit. Dass ausgerechnet am 18. Geburtstag von India Stoker ihr Vater bei einem Autounfall ums Leben kommt und danach sein Bruder Charlie, dessen Existenz bis dahin nicht bekannt war, unerwartet bei der Beerdigung auftaucht, ist der Plot des Films. Indias Mutter Evie fühlt sich ebenso zu ihm hingezogen wie ihre Tochter – und damit ist der bis zur Auflösung anhaltende, sich steigernde Spannungsbogen umrissen, dessen Ende wieder sehr deutlich die schnörkellose Handschrift des „Oldboy“-Regisseurs trägt.