Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

Blancanieves – Ein Märchen von Schwarz und Weiss

von Pablo Berger – Spanien/Frankreich 2012 – 104 Min.

Es war einmal vor langer Zeit ein kleines Mädchen im Süden Spaniens, das hatte seine Mutter bei der Geburt verloren. Sie lernte die Kunst ihres geliebten Vaters, einem einst berühmten Matators, der infolge eines Unfalls gelähmt ist. Sie sah ihn nur selten, weil ihre Stiefmutter sie mit tiefstem Hass verfolgte. Diese beseitigt den Vater und gab auch den Befehl, die Tochter zu ermorden, doch dem Mädchen gelingt die Flucht. Sie fand Zuflucht bei einer Truppe kleinwüchsiger Toreros, mit denen sie durch Andalusien zog. Sie wurde zur Königin der Stierkampfarena, bis ihr Ruhm die Stiefmutter wieder erreicht...

Eine in der Tat ‚märchenhafte’ Verfilmung in Schwarz-Weiß und mit Zwischentiteln. Stumm jedoch nicht, weil man hier exemplarisch studieren kann, welch wichtige Funktion für diese Erzählung die Filmmusik einnimmt. Auch an Kameraführung, Bildauswahl und Montage lassen sich beispielhaft die filmsprachlichen Mittel studieren, die sich hier zu einem Gesamtkunstwerk formen, wie man es selten sieht. Der Film findet auch eine ungewöhnliche Auflösung für die Geschichte: „Solange sie noch nicht gestorben ist, lebt sie noch heute“. Eine willkommene Erholung für die durch das SFX-Kino strapazierten Augen und Ohren. Äußerst empfehlenswert!