Violette
von Martin Provost – F 2013 – 139 Min.
Ein Film über Violette Leduc (1907 – 1972), die heute als „Pionierin der Frauenliteratur“ gilt.
Violette Leduc war bisexuell und ging bei ihren Affären aufs Ganze. Sie nahm beim Schreiben kein Blatt vor den Mund, erfand ihre eigene Sprache für weibliche Sexualität und verschwieg nichts in ihren autobiografischen Werken. Im Mittelpunkt der Handlung stehen dabei die 1940- bis 1960er-Jahre und ihr Kampf um einen Platz im Leben und um Anerkennung als Schriftstellerin. Entscheidend dabei war ihre Freundschaft mit Simone de Beauvoir, die ihre Karriere förderte.
Martin Provost erzählt ihre Geschichte übergangslos von einer Zeit in die andere, von einer Szene zur nächsten. Es ist sinnvoll, sich die
(Zeit-)Geschichte Frankreichs vor Augen zu halten, da es ihm Regisseur mehr um die inneren Konflikte als um die äußeren Umstände geht. Aber man sollte schon sein Wissen über die Szene um Sartre, de Beauvoir, Camus, Genet und die anderen vor dem Besuch des Films auffrischen. Vielleicht ist es aber auch mehr ein Film fürs Fernsehen, da wohl aus Kostengründen bei der Ausstattung auf authentisches, zeitgenössisches Paris-Ambiente verzichtet wurde und die bekannten Straßen und Plätze merkwürdig menschenleer sind.
(05.06.2014