Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

American Sniper

von Clint Eastwood – USA 2015 – 132 Min.

Es geht um den US-Navy-SEAL und Scharfschützen Chris Kyle, der über 150 Tötungen auf seinem Konto hat, in die Militärgeschichte eingegangen und zu einer Legende geworden ist. Der Film beruht auf wahre Begebenheiten; Grundlage ist die Autobiographie des Schützen, der im Februar 2013 auf einem Schießstand in Texas von einem Irak-Krieg-Veteranen erschossen wurde und nicht mehr am Film beteiligt war. Der Regisseur konzentriert sich ganz auf seinen gottesfürchtigen Protagonisten und dessen Psyche; er versucht, die inneren Vorgänge von außen her sichtbar zu machen, um ihn zu verstehen. Dabei muss man nicht auf der Seite des „Helden“ stehen, der sein Land gegen die bösen Araber verteidigt. Seine Person steht allerdings für viele amerikanische Soldaten, die mit patriotischer Haltung in den Krieg gezogen sind und dabei zerbrachen. Man kann Eastwood vorwerfen, den Irak-Krieg nicht angemessen oder sogar verfälscht darzustellen. Aber das war ja auch nicht sein Thema. Es geht um die Annäherung an eine für uns fremde, vielleicht sogar unsympathische Figur, die am Ende wie ein Alien wirkt. „American Sniper“ kann man auch als eine Variation des Westerns verstehen. So gesehen bekommt der Handlungsverlauf eine andere, neue Qualität, die in der Kontinuität der Eastwood-Filme (egal ob Regie oder Hauptdarsteller) steht.

Clint Eastwoods Film spaltete die USA. Der Film wurde nicht zuletzt im Rahmen seiner (nicht erfolgreichen) Oscar-Nominierung kontrovers beurteilt. Aber zuvor schon hatte er mehr Geld eingespielt als seine Konkurrenten. Besonders im Süden standen die Leute in Schlangen vor den Kinokassen; im Norden zeigte man sich eher zurückhaltend.