John Rabe
von Florian Gallenberger - D 2009 - 130 Min.
Die Geschichte des Hamburger Kaufmanns John Rabe, der 1937 in Nanking die dortige Siemens-Niederlassung leitete und bei der Einnahme der Stadt durch die Japaner die Tore seiner Fabrik für schutzsuchende Familien öffnete und sich danach für eine Sicherheitszone für Zivilisten engagiert, ist ein hervorragender Filmstoff für das deutsche Kino. Zwei Dinge machen diesen Film besonders bemerkenswert:
Zunächst einmal ist es gelungen, ein vergessenes Stück deutscher Vergangenheit öffentlich zu machen;
und dann ist daraus auch noch eine Produktion geworden, die sich mit internationalen Maßstäben messen kann - in Besetzung, Dramaturgie und Ausstattung. Und das ist für das deutsche Kino der Befindlichkeiten und Beziehungskrisen schon eine Seltenheit.
So ganz nebenbei ist "John Rabe" auch ein - aus meiner Sicht willkommener - Beitrag zu der seit Jahren laufenden Debatte über das Verhalten von Deutschen während der Nazizeit. Hier lernt man einen nicht ganz unwichtigen Unterschied kennen: ob man sich 1937 - im Nachhall der Olympischen Spiele - als Nazi bekannte, oder ob man Jahre später freiwillig der Waffen-SS beitrat.