Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

Beti und Amare

von Andy Siege – D 2014 – 94 Min.

Ein deutscher Film, der eine historisch-surreale Geschichte erzählt, die im Äthiopien des Jahres 1936 spielt. Aus einer von Mussolinis Okkupationstruppen eingenommenen Stadt flieht eine junge, traumatisierte Frau (Beti) in die Abgeschiedenheit der Wüste zu ihrem Großvater. Als dieser abwesend ist, droht sie in die Fänge marodierender Milizionäre zu geraten. Im letzten Moment wird Beti von einem fremden Wesen gerettet, das scheinbar aus einer anderen Welt kommt. Amare erinnert an denn „Wolfsjungen“ – und verhält sich manchmal auch so – allerdings wie ein „Werwolfsjunge“.

Mit den Stilmitteln des europäischen Films und der Erzählweise des afrikanischen Kinos ist hier eine überaus eigenwillige visuelle Komposition entstanden, auf die sich einzulassen lohnt. Die Handlung entzieht sich traditionellen Sehgewohnheiten und ist mit einem Fantasy-Film und einem Manga vergleichbar. Und versteht man den Film so, dann ist es keineswegs ungewöhnlich, wenn auch in einem deutschen Spielfilm die Normalsterblichen mit Göttern, Dämonen und Geistern zusammenleben.

„Beti und Amare“ ist ein Film, der auf internationalen Festivals anerkannt und ausgezeichnet wurde, der aber wohl auf der deutschen Kinoleinwand (leider) nicht viel Chancen hat.