Porträt Horst Schäfer
Wertung: hervorragend

Toni Erdmann

von Maren Ade – D/A 2016 – 162 Min.

Der 65-jährige Winfried, ein sozialromantischer Alt-68er mit einem Hang zu gewöhnungsbedürftigen Scherzen, lebt allein mit seinem Hund. Seine Tochter Ines arbeitet weltweit als ehrgeizige Unternehmensberaterin. Als sein Hund stirbt reist Winfried spontan nach Bukarest, um den Kontakt zu Ines wieder aufzunehmen. Doch zwischen Meetings, Empfängen und Hotelbars bleibt wenig Raum für Persönliches. Da verwandelt sich Winfried in sein Alter Ego Toni Erdmann – mit schlechtsitzendem Anzug, Perücke und schiefem Gebiss mischt er die Szene auf und bringt seine Tochter in peinliche Situationen. Doch im weiteren Verlauf des Geschehens kommen Vater und Tochter sich einander näher.

Ein präzise beobachtender Film, der in erster Linie durch die herausragenden Leistungen der beiden Hauptdarsteller Peter Simonischek und Sandrfa Hüller besticht. Dazu noch ein Drehbuch, das auf Überflüssiges und Nebensächliches verzichtet. Über zweieinhalb Stunden lang ein großartiger, faszinierender Film, der leider irgendwann enden muss. Selten ist man im Kino den Protagonisten so nahe wie hier.