Zeit für Legenden
von Stephen Kopkins – USA 2016 – 118 Min.
Es ist ein riskantes Vorgehen, einen Film über den weltbekannten Sportler Jesse Owens und ein historisches Ereignis wie die Olympiade 1936 in Berlin zu drehen. Schließlich – so meint man – ist alles hinreichend bekannt, beschrieben und gewürdigt. Dass „Zeit für Legenden“ dennoch nicht nur unterhaltsam, sondern sogar spannend und aufschlussreich ist, liegt an der Konzeption, sich nicht ausschließlich auf die Wettkämpfe zu konzentrieren. Hier nimmt der zeitgeschichtliche Hintergrund – die wirtschaftlichen und politischen Bedingungen in den USA und im Nazi-Deutschland – einen ebenso gewichtigen Part ein wie das Aufeinandertreffen der Sportgrößen wie Jesse Owens und Luz Long.
Der ideale Film zum Olympia-Jahr 2016 und zum 80. Jubiläum der „Owens-Spiele“. Die Darsteller sind fast ausnahmslos in olympischer Bestform: Stephan James als Jesse Owens, Jason Sudeikis als eigenwillig-ehrgeiziger Coach Larry Snder und Jeremy Irons als windiger Sportfunktionär Avery Brundage. Blass hingegen die Nazi-Charaktere wie Joseph Goebbels oder Leni Riefenstahl, an deren Ausformung die amerikanischen Macher offensichtlich uninteressiert waren.