Tschick
von Fatih Akin – D 2016 – 93 Min.
Während die Mutter in der Entzugsklinik und der Vater mit seiner Geliebten unterwegs ist, verbringt der 14-jährige Außenseiter Maik die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa. Doch dann kreuzt Tschick auf. Er stammt aus dem tiefsten Russland, kommt aus einem der Hochhäuser in Berlin-Marzahn und hat einen geklauten Lada dabei. Damit beginnt eine Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende ostdeutsche Provinz. Reiseziel ist der in der Walachei lebende Großvater von Tschick.
Der Film basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Wolfgang Herrndorf – aber Fatih Akin ist – bei allem Respekt – nicht der richtige Regisseur für diesen Jugend-Abenteuerfilm, der ein rasantes Road-Movie hätte werden können. Aber die spannungsarme Handlung ist ohne Witz und Drive. Würde man den Film in Schwarzweiss sehen und ohne die nervende Musik (u.a. Richard Clyderman!) so erinnert er an skandinavische Kinderfilme der 50er-Jahre.
Man merkt dem Film an, dass er kein ausgereiftes Konzept hat, obwohl Hark Bohm als Berater hinzugezogen wurde. Jedenfalls ist es kein Stoff für Akin, dem das Lebensgefühl der Jugend von heute ganz offensichtlich fremd ist. Buck wäre wohl die bessere Wahl gewesen.