Ich, Daniel Blake
von Ken Loach – GB/F/B 2016 – 100 Min.
Daniel Blake ist ein geradliniger und anständiger, zeitlebens Steuern zahlender Durchschnittsengländer – bis seine Gesundheit ihm einen Strich durch die Rechnung macht. Jetzt, im gesetzteren Alter, will ihm die willkürliche Staatsbürokratie den Bezug von Sozialhilfe verweigern. Ein sinnentleertes Punktesystem weist ihn als arbeitsfähig aus. Blake will dagegen angehen. Schnell gerät er dabei in einen Teufelskreis von Zuständigkeiten, Bestimmungen und Antragsformularen. Seine Wege kreuzen sich mit der ebenfalls arbeitslosen Katie und ihren beiden Kindern Daisy und Dylan. Sie raufen sich zu einer Schicksalsgemeinschaft zusammen und erfahren neben den ständigen Seitenhieben der Behörden auch viel Solidarität. Doch die bürokratischen Klippen des sogenannten Sozialstaates sind tückisch. Da wird Ohnmacht zur Wut.
Lakonisch und mit einer Prise Humor nimmt Ken Loach hier den selbstgefälligen Sozialstaat ins Visier und erzählt unaufgeregt und hochemotional von den Ungerechtigkeiten im System.
Sein langjähriger Drehbuchautor Paul Laverty wurde für diesen Film angeregt durch die in der britischen Boulevardpresse angefachte Hetze gegen sozial Schwache als Schmarotzer. Der Kampf gegen staatliche Willkür ist auch ein Kampf um die Würde des Einzelnen und dabei nicht nur auf die Insel beschränkt.