Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

Die Verführten

von Sofia Coppola – USA 2017 – 94 Min.

Sofia Coppolas Adaption des Romans „The Beguiled“ von Thomas Cullinan spielt 1864 im amerikanischen Bürgerkrieg. Ort des Geschehens ist eine Mädchenschule, die während des tosenden Krieges eine sichere Zuflucht vor den Schrecken der Außenwelt bietet. Als in unmittelbarer Nähe ein verletzter Soldat entdeckt und zur Pflege in die Schule gebracht wird, gerät das geregelte Leben der Mädchen und Frauen durch seine Anwesenheit aus den Fugen. Schon nach kurzer Zeit erliegen die dem Charme des Soldaten. Eifersucht und Intrigen vergiften zunehmend das Zusammenleben. Es beginnt ein erotisch aufgeladenes Spiel mit unerwarteten Wendungen, das Opfer auf beiden Seiten fordert. War bei der aus maskuliner Perspektive heraus gedrehte Film „Betrogen“ (USA 1970, Regie: Don Siegel) der „Held“ noch der ambivalente Held (Clint Eastwood), so dominieren bei Coppolas gruppendynamischen Prozess eindeutig die Frauen. Das macht einen direkten Vergleich beider Filme zu einem reizvollen Unternehmen, denn die Machtspielchen zwischen Männern und Frauen sind zeitlos.