Der Stern von Indien
von Gurinder Chadha – GB/Indien 2017 – 106 Min.
1947 kommen Lord Mountbatten und seine Frau Edwina nach Delhi. Als Vizekönig soll Mountbatten die britische Kronkolonie in die Unabhängigkeit entlassen. In seinem Palast arbeiten nicht weniger als 500 indische Bedienstete, darunter der junge Hindu Jeet, der hier unverhofft seine einstige Flamme wiedertrifft, die schöne Muslima Aalia. Es ist eine verbotene Liebe, denn eine Verbindung zwischen Angehörigen der verfeindeten Religionen kommt nicht in Frage. Als Mountbatten die neuen Staaten Indien und Pakistan gründet, brechen schwere Unruhen aus.
Mit opulenter Ausstattung und mit großformatigen, leinwandfüllenden Bildern erzählt der Film die Geschichte einer (fast) unmöglichen Liebe vor dem Hintergrund der dramatischen und blutigen Umstände der Teilung Indien nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Handlung balanciert geschickt zwischen den emotionalen und kognitiven Ebenen. Die Protagonisten des Films – das britische und das indische Paar – dienen dabei als Identifikationsfiguren eines Films, der angesichts aktueller Ereignisse auf die Teilung des Landes hinweisen will, die eine der größten Fluchtbewegungen der Geschichte auslöste. Zehn Millionen Hindus und Sikhs wurden aus Pakistan vertrieben, etwa sieben Millionen aus Indien. Rund eine Million Menschen kamen dabei ums Leben.