Salami Akeikum
von Ali Samadi Ahadi - D 2009 - 106 Min.
Eine iranisch-deutsch-deutsche Komödie der Irrungen: witzig, überraschend, schrill und (selbst-)ironisch. Der junge Mohsen lebt und arbeitet in der Fleischerei seiner Eltern in Köln. Er hat aber nicht das richtige Talent dazu, den Beruf seines Vaters auszuüben, da er Tiere nicht töten kann. Er will stattdessen geschlachtete Schafe aus Polen besorgen, die ihm ein dubioser Dealer in Aussicht gestellt hat. Das sein Auto eine Panne hat, landet er in einem heruntergekommenen Provinznest in Ostdeutschland. Oberniederwalde hat schon viel bessere Zeiten erlebt: als gefragte Textilfabrik, die nun allerdings stillgelegt ist. Mohsen verliebt sich hier in die Kfz-Mechanikerin Anna, eine ehemalige Kugelstößerin, die von ihren DDR-Trainern "aufgebaut" wurde. Da sie Vegetarierin ist, gibt Mohsen an, die Schafe für eine Textilfabrik in Köln zu benötigen. Und nun wittert Annas Vater seine Chance, da er in ihm einen Investor für die ehemalige Fabrik sieht. Die Mißverständnisse und Komplikationen nehmen zu, als Mohsens Eltern sich auf die Suche nach dem verlorenen Sohn machen und in Oberniederwalde auftauchen...
Da es sich um eine Komödie handelt, gibt es für alle Beteiligten ein Happy End - hier in Form eines bunten Bollywood-Finales. Das ist aber keineswegs aufgesetzt. Ali Samadi Ahadis Film spielt mit verschiedenen Genre-Formen, wobei er auf den Unterhaltungs-Wert setzt und damit beim Publikum punktet. "Salami Aleikum" erzählt eine Geschichte, der man gerne folgt. die Handlung und die Figuren stecken voller Klischees - hier aber werden sie bewusst genutzt, um sie als solche zu entlarven. Die Figuren werden nicht der Lächerlichkeit oder der Schadenfreude preissgegeben; man lacht nicht über sie, sondern mit ihnen und über seine eigenen Vorurteile.