Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

Mr. Long

von SABU – Japan u.a. 2017 – 128 Min

Ein taiwanesischer Auftragskiller strandet mittellos und angeschlagen in einer japanischen Vorstadt. Seine Mission ist missglückt und es bleiben ihm nur fünf Tage, um Geld für die geplante Rückreise aufzutreiben. Unvermittelt erhält er dabei Hilfe: der kleine Jun, Sohn einer Drogenabhängigen, weicht nicht von seiner Seite und ahnungslose Anwohner zeigen sich von seinen Kochkünsten so begeistert, dass sie ihm ein berufliches Standbein schaffen wollen. Eifrig organisieren sie dem schweigsamen „Mr. Long“, wie sie den Killer nennen, eine fahrbare Garküche, mit der er gemeinsam mit Jun seine chinesischen Spezialitäten unter die Leute bringen kann. Unheil droht, als Juns Mutter, die unter dem Einfluss des Fremden ein neues Leben versucht, von ihrem ehemaligen Dealer aufgesucht wird und dieser Mr. Longs Fährte aufnimmt. Er wird nun von allen Seiten gejagt und eingekreist …

Der japanische Regisseur SABU (Hiroyuki Tanaka) ist Routinier für das Aufeinandertreffen von Abwegigem und Normalem. Mit leichter Ironie schickt er seine Helden in fremde Gefilde, die deren Horizont erweitern. Auch hier muss sich der Protagonist in einem Labyrinth von Chancen und Gefahren bewegen, blitzschnell handeln und dabei cool bleiben. Ein interessanter Aspekt des Films sind dabei die geographischen, historischen und politischen Besonderheiten zwischen Japan und China.

Der Filmbesucher wird – so ganz nebenbei - über eine taiwanesische Spezialität ausführlich informiert: die Rindfleischnudelsuppe, mit deren Zubereitung Mr. Long so schnell Karriere machen konnte. Vor dem Kinoabend sollte man sich informieren, zu welchem Restaurant man anschließend gehen kann.