Das Leuchten der Erinnerung
von Paolo Virzi – I/USA 2017 – 113 Min.
Ella und John, seit vielen Jahren verheiratet, machen ihr altes Oldtimer-Wohnmobil flott und verlassen stillschweigend ihr Zuhause in Wellesley, Massachusetts. Beide sind krank und wollen ein letztes richtiges Abenteuer erleben. Ihre Kinder informieren sie nicht. Ihre Tour führt sie über die Route 66 die US-Ostküste hinunter, bis zum Hemingway-Haus in Key West. Unterwegs begegnen sie dem amerikanischen Alltag in amüsanten oder riskanten Situationen.
Der italienische Regisseur bereichert das amerikanische Roadmovie-Genre mit der ihm eigenen Poesie, mit Ironie und Gefühl, wie man das nur aus seinen italienische Filmen wie „Die süße Gier“ (2013) oder „Die Überglücklichen“ (2016). Etliche Schwächen der Dramaturgie und Brüche im Handlungsverlauf gleichen sich aus durch die emotional bewegende Präsenz oder beiden Hauptdarsteller Helen Mirren und Donald Sutherland als ältliches Ehepaar, das sich in eine gemeinsame Flucht stürzt, statt den Umzug ins Pflegeheim anzutreten. Tragödie und Komödie zugleich.