Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

Freiheit

von Jan Speckenbach – D 2017 – 102 Min.

Eine Frau steigt aus. Ohne weitere Erklärung verläßt Nora ihren Mann Philip und die beiden gemeinsamen Kinder. Ein konkretes Ziel hat sie nicht. Irgendwie/irgendwo will sie dem Familienstress entkommen und neu anfangen. Zuerst landet sie in Wien, dann in Bratislava. Nora lernt neue Menschen kennen und schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch. Ihre Gedanken umkreisen immer noch ihre Familie, die sich nur langsam mit einem veränderten Alltagsleben abfinden kann. Nora merkt, dass sie zwar äußerlich, aber nicht innerlich „Freiheit“ finden kann.

Eine kleine Geschichte, die sich aber weit vom beliebigen Durchschnitt entfernt. Da ist einmal die großartige Hauptdarstellerin Johanna Wokalek, die ihre Figur mit den sich wandelnden Identitäten und Namen bedingungslos intensiv verkörpert und dabei die Balance zwischen mitfühlender Empathie und entfremdender Distanz souverän meistert. Und dann ist da noch die hervorragende Kamera von Tilo Hauke, die die Protagonistin auf ihrem Weg mit gebührender Distanz und Nähe begleitet.

Ko-Produzent des Films ist das ZDF – Das kleine Fernsehspiel. Und das ist auch das entsprechende Format für „Freiheit“, das der großen Kinoleinwand nicht bedarf.