Transit
von Christian Petzold – D/F 2018 – 102 Min.
Eine in die aktuelle Gegenwart adaptierte Geschichte von Anna Seghers aus dem Jahre 1940.
Die deutschen Truppen stehen vor Paris. Georg, ein deutscher Flüchtling, entkommt im letzten Moment nach Marseille. Im Gepäck hat er die Hinterlassenschaft des Schriftstellers Weidel, der sich aus Angst vor seinen Verfolgern das Leben genommen hat: Ein Manuskript, Briefe, die Zusicherung eines Visums durch die mexikanische Botschaft.
In Marseille darf nur bleiben, wer beweisen kann, dass er gehen wird. Georg braucht Visa für möglich Aufnahmeländer, um an ein Ticket für die Schiffspassage zu kommen. Er nimmt die Identität Weidels an und taucht ein in die unsichere Existenz des Transits. Er lernt unterschiedliche Leute kennen und richtet es sich ein. Wozu weiterreisen, wenn er hier ein neues Leben beginnen kann? Alles verändert sich, als Georg die geheimnisvolle Marie trifft, deren Schicksal sich mit seinem kreuzt.
In einer atemberaubenden, fast schwebenden Begegnung des historischen Stoffs mit der Gegenwart des heutigen Marseille erzählt Christian Petzold (Buch und Regie) die Geschichte einer Liebe zwischen Flucht, Exil und der Sehnsucht nach einem Ort, der ein Zuhause ist. Ein intensiver, komplexer Film mit starken Charakteren und emotional bewegenden Bildern aus Erinnerung und Gegenwart.