Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

Feinde – Hostiles

von Scott Cooper – USA 2017 – 134 Min.

Es ist sehr schön, dass im Kino heute auch noch Geschichten erzählt werden, die aus der Zeit gefallen sind. Hier handelt es sich um einen Film, der zwar im „wilden Westen“ spielt, aber nicht eindeutig dem Western-Genre zugeordnet werden kann. Es ist das Jahr 1892 in New Mexico. Der verdiente Offizier Joseph Blocker erhält den Auftrag, den kranken Cheyenne-Häuptling Yellow Hawk, der die vergangenen sieben Jahre im Gefängnis verbrachte, in dessen Stammesland nach Montana zu begleiten. Der letzte Wunsch des als unerbittlich bekannten Indianer ist es, zu Hause zu sterben. Blocker und Yellow Hawk haben eine gemeinsame Vergangenheit, weswegen Blocker den Auftrag nur äußerst widerwillig annimmt. Gemeinsam mit einigen Soldaten und der Familie des Häuptlings bricht die Truppe auf. Unterwegs stoßen sie auf die junge Witwe Rosalie Quaid, deren Familie kaltblütig von Komantschen umgebracht wurde. Die traumatisierte Frau schließt sich ihnen an und die Gruppe setzt ihren gefährlichen Weg quer durch das unwegsame Land und eine extrem feindliche Umgebung fort. Nur als Gemeinschaft haben sie eine Chance, zu überleben. Der Film verzichtet auf die genreüblichen Klischees und besticht durch seine ausbalancierte Narration. Sehr genau beobachtet er die Zeitabläufe der Auflösungserscheinungen und Orientierungslosigkeit. Entstanden ist ein bildgewaltiges und intensives Epos über Liebe und Hass, Gnade und Vergebung, bei die Grenzen zwischen Feind und Verbündetem, Sieger und Besiegtem verschwimmen.