Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

Suspiria

von Luca Guadagnino – I/USA 2918 – 152 Min.

Susie, eine junge, ehrgeizige amerikanische Tänzerin zieht nach Berlin der 1970er-Jahre, um dort bei der renommierten Marcos Dance Academy eine Ausbildung zu absolvieren. Unter der Anleitung der künstlerischen Aufsicht Madame Blanc macht sie schnell erstaunliche Fortschritte. Doch Susie merkt, dass in der Tanzschule seltsame Dinge vor sich gehen. Mädchen verschwinden. Dr. Klemperer, der hochbetagte Psychotherapeut der jungen Tanzschüler, kommt bald einem dunklen Geheimnis auf die Spur: Hinter der Fassade verbergen sich drei grausame Hexen!

Vor dem Hintergrund aktuellen politischen Zeitgeschehens der Nazivergangenheit, des Kalten Krieges und der RAF-Aktionen in der geteilten Stadt entfaltet sich ein verwirrendes, anstrengendes Panorama; ein mysteriöses Labyrinth verstörender Bilder und rätselhafter Charaktere. Was als choreografiertes Tanzritual beginnt, findet ein blutiges Ende; insgesamt aber eine grandiose Bühne für Damen (nur Frauen spielen mit) und Diven, u.a. Angela Winkler, Sylvie Testud, Renée Soutendijk und Ingrid Caven. Allen voran: die großartige Tilda Swinton in der Doppelrolle als zeitlose Madame Blanc und dem 82 Jahre alten Dr. Klemperer.

„Suspira“ ist ein Remake des gleichnamigen Films vom Horror-Regisseurs Daria Argento (I 1976). Doch bei Guadagnino wird dem Original nicht nachempfunden, sondern ins Gegenteil verkehrt.