The Mule
von Clint Eastwood – USA 2018 – 117 Min.
Die Handlung des Films orientiert sich an dem New York Times Magazine-Artikel „The Sinaloa Cartels’ 90-Year-Old-Drug Mule“. Es geht um Earl Stone, einen Mann in den Achtzigern, der als Florist viel gearbeitet hat, permanent unterwegs war und darüber seine Familie vernachlässigt hat. Durch den zunehmenden Internet-Handel steht sein Unternehmen vor der Zwangsvollstreckung. In dieser Situation erhält er ein Jobangebot, bei dem er lediglich Auto fahren soll. Doch ohne es zu wissen, hat Earl als Drogenkurier für ein mexikanisches Kartell angeheuert. Er macht seinen Job so gut, dass seine Fracht immer wertvoller und er einem Aufpasser des Kartells zugeteilt wird. Aber er ist nicht der Einzige, der Earl beobachtet: Der mysteriöse neue Drogenkurier ist ebenfalls auf dem Radar des ehrgeizigen DEA-Agenten Colin Bates aufgetaucht.
Der weit über 80 Jahre alte Eastwood autorisiert diesen Film als Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller- souverän, stilsicher, mit dem richtigen Gespür für Timing und leichter Ironie. Es ist ein Hochgenuss, ihn spielen zu sehen. Präsent wie eh und je beherrscht er seinen Part zwischen Starrsinn und Hilfslosigkeit in allen Facetten. Jede Szene ist genauesten inszeniert, jede Kameraeinstellung zeugt von dem kontrollierten Umgang mit den Bildern. Und dazu dann die passende Musik. Um ihn herum ein Ensemble ausgezeichneter Darsteller. „The Mule“ ist so spannend und überzeugend wie die „Narcos“-Serien, nur dass hier weitaus weniger Action eingesetzt wird. Braucht man auch nicht, wenn es einen so faszinierenden Protagonisten gibt.