The Sisters Brothers
von Jacques Audiard – F/USA u.a. 2018 – 121 Min.
Der klassische Western ist im aktuellen Hollywood-Kino nicht mehr präsent oder gefragt.
Uns so bedurfte es einer gemeinsamen Kraftanstrengung europäischer Produktionsfirmen und/oder Finanzgeber, das Genre neu zu beleben. Die Handlung spielt 1851 in Oregon. Die berühmt-berüchtigten Sisters Brothers Eli und Charlie sind skrupellose Auftragskiller im Dienst eines ominösen Commodore. Und nun haben sie den Auftrag, einen gewissen Hermann Warm aufzuspüren. Dieser hat angeblich eine Wunderformel zum einfachen Goldwaschen erfunden; ein Wissen, das ein Vermögen einbringen kann. Doch auch andere sind hinter dem Chemiker her. Es geht um Leben oder Tod.
Eine Geschichte, die sich viel Zeit nimmt zur Ausformung individueller Charaktere, eingebettet in betörenden Bildern einer atemberaubenden Landschaft. In dieser Männergesellschaft gibt es aber nicht nur Gewalt und Machtansprüche, sondern auch Träume von einer gerechteren Welt und Sehnsucht nach bürgerlichem Leben. Ein überaus unterhaltsamer und aufschlussreicher Film, der den Gründungsmythos Amerikas hinterfragt. Er wurde beim Filmfestival Venedig für die „Beste Regie“ ausgezeichnet.