Greta
von Neil Jordan – Irland/USA 2018 – 98 Min.
Frances findet eine Handtasche in der New Yorker U-Bahn und zögert nicht, sie der rechtmäßigen Besitzerin nach Hause zu bringen. Die Tasche gehört der eleganten Witwe Greta, die sich sehr über den Besuch der jungen Frau freut. Schnell freundet sich Frances mit der älteren Dame an, denn das Schicksal scheint zwei einsame Seelen zusammengeführt zu haben. Doch schon bald findet sie heraus, dass Greta ihre Handtaschen nur als Köder auslegt, um die ehrlichen Finder zu sich zu locken. Frances wird für ihre Ehrlichkeit bitter bestraft, da sie in die Fänge einer psychopathischen Stalkerin gerät.
Neil Jordan ist ein Meister darin, Mysteriöses in entsprechende Bilder und Szenarien zu verpacken. Sein fintenreiches Katz-und-Maus-Spiel ist ein Thriller der am Schluss des Geschehens mit einem Horrortrip endet. Sieht man einmal ab von der nicht überzeugenden, eher enttäuschenden Auflösung, ist es die sehens- und bewundernswerte Leistung einer furiosen Isabelle Huppert, die den Film in allen Phasen souverän beherrscht; ist ihr Lächeln noch freundlich oder schon dämonisch?