Porträt Horst Schäfer
Wertung: hervorragend

Rocketman

von Dexter Fletcher – GB 2019 – 120 Min.

Die authentischen Biographien von Weltstars, deren Karrieren vom kometenhaften Aufstieg und tragischem Fall bis hin zur Wiederauferstehung, sind x-mal verfilmt worden. Showelemente vermengen sich in idealer Weise mit melodramatischen Handlungsverläufen; manchmal aber leider auch genial daneben und voll von Kitsch und Klischees. Besonders kritisch werden die Filme beurteilt, deren Protagonisten noch leben und auf der Bühne stehen. Dies ist hier der Fall. Zu einem Zeitpunkt, in dem Elton John seine großangelegte „Abschiedstournee“ angeht, kommt ein von ihm autorisiertes Biopic in die Kinos. Vorweg: eine großartige Produktion, die ebenso unterhaltsam ist wie ein Live-Konzert des großen Entertainers, der hier als ausführender Produzent involviert ist.

Als Rahmenhandlung dient eine Selbsthilfegruppe, der sich Elton anschließt, weil er seine Probleme wie Alkoholsucht, Drogenkonsum und exzentrischen Ausfällen nicht in den Griff bekommt und sich (erfolgreich) davon befreien will. Die einzelnen Stationen seines Lebens und seines Wirkens werden als kunterbuntes Musical in Form kongenial montierter Rückblenden miteinander verbunden; Songs wie „Don’t Go Breaking My Heart“ korrespondieren mit Stationen seiner biographisch verbürgten Lebensrealität. Dabei ist es keineswegs eine verblendete Hommage an die Kunstfigur Elton John, sondern ein überzeugendes (selbst-)kritisches Bild der Londoner Musikszene und des Popbusiness. Ein wahrer Glücksfall ist die Besetzung der Hauptrolle mit Taron Egerton, der alle Songs selber eingesungen hat und mit einer ekstatischen Performance überzeugt.