Endzeit
von Carolina Hellsgard – D 2018 – 90 Min.
Zwei Jahre nachdem Zombies die Erde überrannt haben, sind Weimar und Jena dank eines Schutzzauns die vermutlich letzten Orte menschlicher Zivilisation. Die beiden jungen Frauen Vivi und Eva müssen, als sie sich schutzlos zwischen den beiden Städten auf freiem Feld wiederfinden, wohl oder über gemeinsam den Kampf gegen die Untoten und den Dämonen ihrer Vergangenheit aufnehmen. Ihre Reise führt sie in die Apokalypse, in der die Abwesenheit der Menschen eine berauschend schöne Natur die Oberhand zurückerobert hat, was ihr einst gehörte.
Die Weimarer Autorin Olivia Vieweg, auf deren gleichnamiger Graphic Novel der Film basiert, gibt ihr beachtliches Drehbuchdebüt für einen Film, der von Frauen gespielt, inszeniert und produziert wurde. Thüringen mit seinen Burgen, Bergen und Wäldern ist der ideale Schauplatz für Märchen und Legenden – nicht zuletzt wegen der vielen Märchenfilme, die hier dank der Mitteldeutschen Medienförderung erfolgreich realisiert wurden. Die Produzentin Ingelore König hat sich besonders mit ihren ARD- und ZDF-Weihnachtsfilmen einen Namen gemacht. „Endzeit“ wird allerdings als „Horrorfilm“ angekündigt. Und da kann er keineswegs die Herausforderungen dieses Genres meistern. Etwas weniger Zombiemassaker und dafür mehr Psychothriller wäre angebracht. Denn „Endzeit“ ist mit seiner gruseligen Geschichte durchaus als Märchenfilm für Erwachsene annehmbar.