Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

Netflix

Zeichen

von Marcin Ziebinski und Jakub Miszcak – Polen 2018 - 8 x 45 Min – netflix

Sowie Doly ist eine Kleinstadt im niederschlesischen Eulengebirge. Hier arbeiteten die Nationalsozialisten 1943 an dem Bau eines gigantischen Stollensystems, in dessen Zentrum ein Führerhauptquartier stehen sollte. Am Ende des Krieges wurden in den Höhlen die KZ-Häftlinge ermordet, die dort Zwangsarbeit leisten mussten.

Um diesen Ort haben sich zahlreiche Mythen gebildet, die den Hintergrund einer Krimiserie bilden. Im Mittelpunkt steht dabei der Kommissar Michal Trela, der mit seiner heranwachsenden Tochter dorthin versetzt wurde. Er soll den Mord an einer jungen Frau aufklären, der Gemeinsamkeiten zu einem jahrzehntealten, ungeklärten Mordfall aufweist. Bei seinen Ermittlungen stößt Trela auf divergierende politische und wirtschaftliche Interessen. Einerseits soll der triste, heruntergekommene Ort im großen Stil touristisch erschlossen werden, andererseits schlägt bei einer Sprengung der Stollen die nationalsozialistische Vergangenheit durch. Das behindert die Planungen mehr als erheblich. Die Aufklärung der Mordfälle erweist sich als äußerst kompliziert. Das an „Twin Peaks“ erinnernde Ensemble eigenwilliger, zwielichtiger Personen, von denen die meisten auch über eine Portion krimineller Energie verfügen, macht die Serie zu einer spannenden und aufschlussreichen Begegnung mit einer polnischen Alltagsrealität, die hierzulande unbekannt ist. In jeder Episode werden Themen aus Vergangenheit und Gegenwart angeschnitten und geschickt miteinander verknüpft. Für einen anhaltenden Spannungsbogen ist gesorgt.