Ma Rainey’s Black Bottom
von George C. Wolfe – USA 2020 – 93 Min. – netflix
Die afroamerikanische Musikerin Gertrude „Ma“ Rainey (1886 – 1939) feierte als „Königin des Blues“ in den später 1920er Jahren ihre großen Erfolge. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von August Wilson aus dem Jahr 1982.
Ort des Geschehens ist ein Plattenstudio der Paramount Records auf der South Side in Chicago 1927. Hier sollen einige der bekanntesten Songs von Ma mit ihrer „Georgia Band“ aufgenommen werden. Dazu gehören die Mitglieder Cutler, Toledo, Slow Drag und Levee. Ma ist auf dem Höhepunkt ihres Erfolges; sie lässt die weißen Produzenten und ihre schwarze Band auf sich warten. Während sie auf ihre Ankunft warten, erzählen sie Geschichten, scherzen, philosophieren und streiten sich. Insbesondere zwischen dem jungen, hitzköpfigen und ehrgeizigen Trompeter Levee, der von einer eigenen Band träumt, und dem Veteranen Cutler und Toledo kommt es zu Spannungen. Als Ma im Studio ankommt, ist der Zeitplan erheblich überschritten, was die geldgierigen Produzenten wütend macht. Während die Band darauf wartet, dass verschiedene technische Probleme gelöst werden und die eigenwillige Ma für ein weiteres Chaos sorgt, kommt es zwischen Levee und Cutler zu einer folgenschweren Schlägerei.
Der Dramatiker August Wilson zählt zu den bedeutendsten afroamerikanischen Autoren. Ein zentrales Anliegen war ihm, Die Ungerechtigkeit gegenüber schwarzen Menschen zu thematisieren, sie aber nicht in ihrer Opferrolle verharren zu lassen. Sein auf einen einzigen Tag konzentriertes Bühnenstück und der Film beschäftigen sich neben der Frage der Rasse insbesondere mit der Ausbeutung schwarzer Künstler durch weiße Produzenten. Seine auf exemplarische Charaktere konzentrierte Handlung kann als ein Kondensat dessen gesehen werden, was in der Blues- und Jazz-Szene der 1920er vorgegangen ist.
Die Rolle der legendären Blues-Diva spielt Viola Davis; die Kritik feiert sie als sie faszinierendste und inspirierteste Transformation ihrer Karriere. Ihre Leistung wurde mit mehreren Preisen und Auszeichnungen bedacht; ebenso wie der „Black Panther“-Star Chadwick Boseman. Sein „Levee“ war für ihn die letzte Filmrolle. Er starb im Alter von 43 Jahren an einem lange im Geheimen bekämpften Krebsleiden und wurde zu einer Ikone der schwarzen Kultur.