Porträt Horst Schäfer
Wertung: kann man sich ansehen

Unter Bauern

von Ludi Boeken - D 2009 - 95 Min.

Die einzig wahren Geschichten schreibt das Leben - und nicht das Drehbuch. Aber es gibt authentische Ereignisse, die auch ideale Filmstoffe sind bzw. sein könnten. Das Schicksal der Familie Spiegel aus Westfalen, die sich vor der Deportation in den Osten retten konnten und unter falschem Namen von Nachbarn und Freunden versteckt wurden, ist eine von den bewegenden Geschehnissen, die sich geradezu zu einer Verfilmung drängen.

Hier ist die filmische Umsetzung leider nicht gelungen. Erstens stimmen Atmosphäre und Ambiente nicht. (Wie so etwas inszeniert werden kann, hat soeben Michael Haneke mit "Das weisse Band" bewiesen.) Hinzu kommt zweitens die unerträgliche Selbstdarstellung von Veronica Ferres, die in jeder Szene auf sich aufmerksam macht und darauf hinweist, wie gut sie sich doch als Charakterdarstellerin präsentiert. Das nimmt dem Film seine Seele. (Das ist nicht das erste Mal; ich erinnere mich da noch an ihre Überflieger-Rolle in "Neger, Neger, Schornsteinfeger".)

"Unter Bauern" ist sehenswert allein der schauspielerischen Leistungen der Darsteller der Familie Aschoff wegen, die außergewöhnlichen Mut bewies und viele Risiken auf sich nahm; namentlich zu nennen Margarita Broich, Martin Horn und Lia Hoensbroech! Hier hat man es mit glaubhaften, überzeugenden Charakteren zu tun und nicht mit vermeintlichen TV-Stars, die für Quote sorgen sollen.