Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

Netflix

Das Mädchen aus Oslo

von Uri Barbash und Stian Kristiansen. Dänemark/Israel 2021 –10 x 30 Min. – netflix

Pia Bakke ist mit Freunden im Nahen Osten unterwegs. Sie werden von Mitgliedern des Islamischen Staates entführt. Diese wollen damit erreichen, dass die norwegische Regierung Gefangene freilässt. Sie weigert sich, mit ihnen zu verhandeln aus Angst vor weiteren Aktionen. Pias Mutter Axel, eine norwegische Diplomatin, reist daraufhin umgehend nach Israel, um mit Hilfe ihrer alten Bekannten Arik und Lyla alles zu versuchen, ihre Tochter zu retten. Sie kennen sich seit den Friedensverhandlungen 1993 in Oslo. Arik ist mittlerweile ein ranghoher Politiker und ausgerechnet er soll sich mit der Hamas verständigen, die eine Schlüsselrolle spielen. Die sich daraus ergebenen Probleme und Komplikationen werden dadurch erschwert, dass Arik der Vater von Pia ist – etwas, das Axel bislang allen anderen gegenüber verheimlicht hat.

Das auf dieser Grundlage beruhende Szenario verwebt dramaturgisch perfekt und mit anhaltendem Spannungsbogen die politischen mit den privaten Handlungsebenen. Je detaillierter sich der Film auf die kleinteiligen persönlichen Verstrickungen einlässt, desto mehr verliert er allerdings den großen Bogen der Erzählung. Neben der großartigen schauspielerischen Leistung von Anneke von der Lippe als Alex sind es vor allem die grandiosen, gegensätzlichen Schauplätze in den Metropolen und in der Wüste, die nachhaltig haften bleiben. Erwähnenswert ist auch die Leistung der Maskenbildnerin, die es schafft, Arik über alle Folgen hinweg bei seinen Einsätzen und Aktionen mit gleichbleibend gekonnt gestylter Frisur gut aussehen zu lassen.