Menschen in Angst
von Felix Herngren – Schweden 2021 - 6 x 30 Min. – netflix
In einer schwedischen Kleinstadt wird eine Bankfiliale überfallen. Die beiden Polizisten Jimmy und Jack Johansson, Vater und Sohn, halten sich zufällig auf dem Vorplatz auf und verhindern die Aktion. Der Bankräuber kann entkommen und flieht in ein nahegelegenes Wohnhaus. In einer zur Vermietung ausgeschriebenen Wohnung treffen sich mehrere Interessenten, die untereinander nicht in Beziehung stehen. Sie werden als Geiseln genommen. Die Polizei riegelt das Gelände ab und nimmt mit dem Geiselnehmer Kontakt auf. Er lässt die Geiseln frei. Als die Polizei die Wohnung stürmt, fehlt von ihm jede Spur. In den anschließenden Befragungen kommt es zu widersprüchlichen und irritierenden Aussagen.
Vorlage der Serie ist ein Roman von Fredrik Backman über menschliche Gefühle im Verhältnis zur Alltagsrealität. Die Handlung verzichtet auf vordergründige Spannungsmomente, sondern setzt mehr auf die sorgfältige Beschreibung der Charaktere. Von der ersten Folge an wird nach und nach den deren Profil geschraubt. Am Ende steht ein ausbalanciertes Ensemble von Personen, deren gemeinsam überstandene Ängste zu einer neuen Qualität des Miteinanders führen.
Besonders interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Beziehung der beiden Polizisten und deren private und berufliche Beziehung. Vater und Sohn mal als Kollegen und Partner und dann wieder als Konkurrenten.