Blood & Gold
von Peter Thorwarth – D 2023 – 100 Min. – netflix
In einem kleinen Ort in Ostdeutschland begeht ein Soldat in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs Fahnenflucht und soll dafür hingerichtet werden. Er glaubt nicht mehr an den Endsieg und will nur noch sein eigenes Leben retten.
Eine junge Kriegerwitwe befreit ihn in letzter Sekunde und bringt ihn bei sich unter. Bei ihr lebt der jüngerer Bruder, den sie wegen seines Down-Syndroms vor den Nazis versteckt. Diese haben das Dorf besetzt, weil sie nach einem Goldschatz suchen, den ein geflüchteter Jude dort vergraben hat. Da dem Deserteur und der Bäuerin die Flucht nicht gelingt, werden sie zu einem Kampf gegen die marodierenden SS-Truppe gezwungen, was zu einem bildgewaltigen Exzess führt. Denn an dem Goldschatz sind mehrere Personen interessiert. Dazu gehört u.a. auch der Bürgermeister, der sich auf eine Kapitulation der Deutschen und dem Raub der Goldbarren vorbereitet hatte. Und am bitteren Ende kämpft jeder gegen jeden.
Eine Kriegsfilm-Komödie aus dem Genrebaukasten “Wie bastele ich einen Film aus bewährten Zutaten?“ „Blood & Gold“ ist der Versuch einer Nazi-Satire mit viel Slapstick, rasanten Actionszenen und lässigen Dialogen, die ihre vielen filmgeschichtlichen Vorgänger nicht verleugnen, sondern sogar genüsslich zitieren; selbstverständlich Quentin Tarantino an erster Stelle. Danach dann Kriegsfilme, Western und vor allem Italo-Western. Aber nicht Morricone spielt auf, sondern bekannte deutsche Schlager aus den 40er/50er-Jahren geben den Ton an. Als Film ist er nicht innovativ; für einen gemütlichen Rätsel-Abend unter aufnahmebereite Filmfans allenfalls geeignet.