Tulpan
von Sergey Dvortsevoy - D 2008 - 100 Min.
Das ist wieder so ein Film, der in den Festivals gefeiert wird, sich aber im Kino schwer tut. Die Story ist schnell erzählt und der Film kann nicht mit den Namen bekannter Stars beworben werden.
Die Handlung spielt in der kasachischen Steppe. Der Matrose Asa kehrt zu seiner Familie zurück, die aber nur aus seiner verheirateten Schwester besteht. Asa will sich dort bewähren, ist aber für eine eigene Existenz auf eine Ehefrau angewiesen. Weit und breit bietet sich nur das heiratsfähige Mädchen Tulpan an, die aber nichts von ihm wissen will und jedem Kontakt aus dem Wege geht. Rückhalt findet Asa nur bei seiner Schwester; mit seinem Schwager versteht er sich nicht gut. Was tun? Sich durchsetzen oder die Steppe verlassen und in der Großstadt sein Glück versuchen? Diese Frage beantwortet der Film mit Einfühlungsvermögen und Humor. Die Bilder sprechen für sich. "Tulpan" ist ein Film, der auf die große Leinwand angewiesen ist. Sie bietet den Zuschauern ausreichend Zeit und Raum, sich auf das (für uns ungewohnte) Leben in unendlichen Weiten einzulassen, den Rhythmus zu erspüren und sich der Natur und den Jahreszeiten hinzugeben. "Tulpan" ist ein außergewöhnlich intensiver Film; Kino pur!