Porträt Horst Schäfer

Bericht

ISAAC JULIEN "Ten Thousand Waves" - Museum Brandhorst in München - ab 30.März 2011

Ausgangspunkt der 9-Kanal-Video-Installation, an der Isaac Julien mehrere Jahre gearbeitet hat, ist die chinesische Legende über die Götting Mazu, deren besondere Fähigkeit darin bestand, auf hoher See in Gefahr geratene Seeleute wieder ans sichere Ufer zu geleiten. In einem seiner Erzählstränge geht es um den Tod von 23 Chinesen, die illegal nach England eingereist waren und sich als Muschelsammler verdingt hatten. Unerfahren mit den Gezeiten des atlantischen Ozeans kamen sie 2005 bei einer Springflut ums Leben. Mazu konnte hier nicht mehr helfen. Aber das ist nur ein Teil einer komplexen und faszinierenden Show, an der auch bekannte chinesische Schauspielerinnen wie Maggie Cheung mitgewirkt haben.

Mit "Ten Thousand Waves" setzt Julien konsequent die Linie seiner Arbeiten fort, für die besonders Themen wie ästhetische, soziale und psychische Aspekte unterschiedlicher Lebenswelten charakteristisch sind. "Kunstforum" schreibt dazu in Band 210: "Die Choreografie aus Filmschnitt und zeitversetzter Projektion auf den Leinwänden widersetzt sich einer linearen Lesbarkeit. Während der Vorführung kann und sollte sich der Betrachter frei im Raum bewegen. Ein suggestiver Sound aus traditioneller chinesischer und moderner Musik, Alltagsgeräuschen und Erzählerstimme verknüpft die filmischen Sequenzen zu einem nicht versiegenden Fluss aus Bildern, aus denen man nicht mehr auftauchen möchte." (Cornelia Gockel)