L'INVENTION DU SAUVAGE - Im Pariser Museé du Quai Branly - noch bis zum 3. Juni 2012
Allein der Besuch des Museums - nahe beim Eiffelturm - mit seinem optisch attraktiven, herausforderndem Ambiente ist ein Besuch wert - nein: mehrere Besuche sind die bessere Lösung.
In dieser Sonderausstellung geht es um die "Zurschaustellung des Fremden", beginnend mit Gemälden von vor 500 Jahren und endend mit Filmen aus dem vergangenen Jahrhundert. Das Thema "Rassismus" bildet dabei ein durchgängiges Motiv. Die 600 (!) Exponate umfassen neben Gemälden, Filmen und Fotos auch Modelle, Kostüme und viele der aufreißerischen Plakate, die "Wildes" und "Exotisches" versprechen.
Die sich dem Betrachter aufdrängende Frage ist die, wo hören die "Informationspflichten" - zum Beispiel über die ersten Eindrücke aus den Übersee-Expeditionen - auf und wo fängt die "Sensationslüsternheit" - beispielsweise bei den "Völkerschauen" wie bei Carl Hagenbeck oder William Cody alias Buffalo Bill auf? Was genau unterscheidet ein wissenschaftliches Objekt von einer Quelle der Unterhaltung?
Und so ganz nebenbei spielt seit über 100 Jahren auch die Entwicklung der Filmindustrie eine nicht gerade nebensächliche Rolle. Provozierend wirken in diesem Zusammenhang auch Filmausschnitte mit der Tänzerin Josephine Baker - eine direkte, provokative Überleitung zu unserem heutigen Verhalten solchen "Sensationen" der exotischen Entertainment-Industrie gegenüber.
Den Katalog gibt es (leider) nur in französischer Sprache.