Porträt Horst Schäfer
Wertung: hervorragend

Der grosse Gatsby

von Baz Luhrmann – USA 2013 – 142 Min.

Aus heutiger Sicht ist nicht so recht nachvollziehbar, warum der 1925 geschriebene Roman von Francis Scott Fitzgerald seinerzeit so viel Aufsehen erregt hat. Die Story über die Reichen und die Schönen, vom amerikanischen Traum schlechthin – im Mittelpunkt der mysteriöse Aufsteiger Gatsby – wurde mehrfach verfilmt. Zuletzt ein heute noch berauschendes Melodram mit Robert Redford als Gatsby und Mia Farrow als seine Jugendliebe Daisy. Aktuell spielen Leonardo DiCaprio und Carey Mulligan die Hauptrollen, wobei sich hier ein Dritter (in einer erweiterten Rahmenhandlung Tobey Maguire als Erzähler und Beteiligter) deutlich in den Vordergrund geschoben hat. Wie nicht anders zu erwarten beeindruckt die irritierende 3D-Verfilmung von Baz Luhrmann, dem Meister des Overkills, in erster Linie durch die opulenten, überbordenden Party-Szenen und durch weitschweifige und weitstreifige Kamerafahrten durch das Anwesen (innen und außen), die Umgebung und die City von New York Anfang der 1920er-Jahre. Dieses ästhetische Konzept der Bildgestaltung lehnt sich sehr stark an seinen Film „Moulin Rouge“ an. Die Grundkonstruktion der Handlung wurde beibehalten; einige Charaktere wie beispielsweise Myrtle und George Wilson sind etwas verblasst. Deutlicher herausgearbeitet wurde dafür das Nebeneinander von Reichtum/Verschwendung und Armut/Not und Elend. Dafür findet die Kamera von Simon Duggan eindrucksvolle, turbo-getunte Bilder. Reichtum hin, Verschwendung her. Wer diesen Film sieht, verspürt unwillkürlich die Lust, bei einer der offenen Partys auf Long Island dabeigewesen zu sein. Interessant ist bei diesem Film neben den dekorativen Auftritten der Chorus Girls und des von Gin und Champagner geprägten Lebensstils auch die überzeugende Mischung der zeitgenössischen Jazz-Musik mit dem Hip-Hop von heute,