Porträt Horst Schäfer
Wertung: kann man sich ansehen

The Grandmaster

von Wong Kar Wai – Hongkong, China 2012 – 120 Min.

Der Eröffnungsfilms der diesjährigen Berlinale erzählt die Karriere zweier Kung-Fu Meister: Er (Tony Leung) kommt aus dem Süden, sie (Zhang Ziyi) aus dem Norden. Sein Name ist IP Man, ihrer Gong Er. Ihre Wege kreuzen sich. Daraus entwickelt sich eine Geschichte um Herausforderung und Verrat, Ehre und Liebe, die vor dem Hintergrund von Kriegswirren und Besatzung spielt. Die äußere Action (unterschiedliche Kampfstile und Traditionen als Konflikte) ist nicht von den inneren Kämpfen der Protagonisten zu trennen. Gefühl wird zu Bewegung, motion zu emotion! Man erfährt sehr viel über den von Legenden umrankten Lebensweg des Kampfkunst-Meisters IP Man (1893-1972), der Bruce Lee Kung Fu beibrachte. Zu kurz und fragmentarisch gerät dabei der zeitgeschichtliche Hintergrund historischer Ereignisse in China während der kriegerischen Übergangszeit vom Kaiserreich zur Volksrepublik. Ein MUSS für die Fans des Martial-Arts-Genre; für andere Kinobesucher zu stark stilisiert, zu langatmig und daher wenig aufschlussreich. Die ursprüngliche Version soll über vier Stunden gedauert haben. Vielleicht wird sie alsbald als DVD nachgereicht. Dann wäre eine Neubewertung des Films von Wong Kar Wai wünschenswert; immerhin hat er dem internationalen Kino einige Meisterwerke geschenkt.