Feuchtgebiete
von David Wnendt – D 2013 – 109 Min.
Die unvermeidbare Verfilmung des „Skandal-Bestsellers“ von Charlotte Roche.
Gleich die ersten Bilder konfrontieren das Publikum mit dem Test, inwieweit es gewillt ist, Ekel erregende Szenen auszuhalten, die Ekelschwelle zu überwinden: In einem öffentlichen, versifften Pissoir, mit bis an die Knöchel reichendem Schmutzwasser, setzt sich die Protagonisten auf eine verdreckte Klobrille, um diese mit ihrem Hintern zu säubern. Wer das interessant und anschauenswert findet, wird im weiteren Verlauf der Filmlänge – von einer Handlung kann nicht die Rede sein – immer wieder mit solchen Sequenzen belohnt. Erregend oder provozierend - wie beabsichtigt - ist das nicht. Eher langweilig.
„Feuchtgebiete“ ist ein Film zum blättern - auf den Örtlichkeiten, die hier als Schauplätze besonders herausgestellt werden. Kein Film für das Kino, sondern für die TV-Kanäle, die nachts solche Spezialprogramme anbieten. Nicht verständlich, dass so eine Produktion mit den Mitteln der Kulturellen Filmförderung (BKM) subventioniert wurde.
Erwähnenswert allerdings die schauspielerische (mutige) Leistung der Hauptdarstellerin Carla Juri, die sich zwischen naivem und selbstironischem Spiel bewegt. Bei der diesjährigen Berlinale wurde sie mit dem European Shooting Star Award ausgezeichnet. Auf ihre weiteren Filme darf man gespannt sein.