Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

The Congress

von Ari Folman – IL/D/PL/L/F/B 2013 – 122 Min.

Für diesen außergewöhnlichen Animationsfilm nach einer Vorlage von Stanislaw Lem („Der futurologische Kongress“) wählt Ari Folman („Waltz with Bashir“) einen eigenwilligen Weg. In einer Realfilmhandlung geht es um neue Produktionsverfahren der Filmindustrie. Bevor die Hollywood-Stars den Scheidepunkt ihrer Karriere überschreiten, wird von ihnen im Studio mittels „Scan“ ein digitalisiertes Duplikat erstellt, das fortan – nach vorhergehender detaillierter Vertragsverhandlung – in der medialen Welt ein Eigenleben führt. Parallel dazu geht es in dem animierten Teil der Geschichte um eine Lebensform in einer digitalen Zukunftswelt, in der beispielsweise die Gefühle und Wahrnehmungen beliebig manipuliert werden. Die permanente Show als Opium fürs Volk. Das muss man sehen, um es zu verstehen!

Neben dem psychedelischen Bilderrausch des animierten Films (gut die Hälfte) gibt es noch die schauspielerischen Leistungen von Robin Wright, Harvey Keitel, Jon Hamm u.a. zu bewundern. Diesen, in Cannes mit viel Jubel aufgenommenen Film sollte man sich nicht für den Monitor aufheben, sondern unmittelbar im Kino erleben.