Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

Her

von Spike Jonze – USA 2013 – 125 Min.

In naher Zukunft in Los Angeles. Ein Single, dessen langjährige Beziehung scheiterte, durchlebt ziel- und orientierungslos einen Alltag, der rund um die Uhr von Mails, Screens und Games gesteuert und gestaltet wird. Die Abhängigkeit von System führt ihn in eine Situation, in der er sich in die weibliche Stimme und künstliche Intelligenz eines neuen Computerbetriebssystems verliebt. Die körperlose Frau mit der sexy Stimme nennt sich Samantha (in der OF von Scarlett Johansson gesprochen) und ist von nun an der Mittelpunkt seines Lebens. Samantha erwidert seine Liebe ... und damit sind die Konflikte vorprogrammiert.

Eine romantische, ausweglose Lovestory – und gleichzeitig eine Denksportaufgabe, die uns zwingt, unsere von Smartphones und Tablets programmierte Mitmenschen genauer und vorurteilsfreier wahrzunehmen. Es geht dabei um weitaus mehr als nur um die skeptische Bewertung der Risiken der Intimität in der modernen Welt. Die darstellerische Leistung von Joaquin Phoenix ist emotional so intensiv, dicht und nah, dass seine Gefühlsskala – mit eigentlich wenig leinwandtauglichen Bildern für das Kino – auf die Zuschauer beinahe wie ein 3D-Film wirkt.