Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

Missverstanden

von Asia Argento – I/F 2014 – 110 Min.

Es geht um das Schicksal des neunjährigen Mädchens Aria aus Rom in den 1980er-Jahren. Ihre Eltern führen eine heillos zerstrittene Ehe. Sie leben getrennt und Aria wird wie ein ungeliebtes Möbelstück hin und her geschoben. Die Mutter ist eine Frau, die auf der Jagd nach wechselnden Liebhabern und extrovertierten Lebensstilen nichts auslässt. Der Vater ist ein eitler, sich selbst überschätzender Filmschauspieler, der nur auf seine nächste große Rolle aus ist und dabei eine Enttäuschung nach der anderen erlebt. Da er sich finanziell übernommen hat, ist er immer auf der Flucht vor irgendwelchen Gläubigern. Aria muss ihren eigenen Weg finden. Zurückgewiesen und abgeschoben streunt sie durch die Stadt und schenkt ihre Liebe einer schwarzen Straßenkatze. Doch auch die liebt mehr die Ungebundenheit als die Zuwendungen Arias, die selbst der Liebe und Aufmerksamkeit bedarf.

„Missverstanden“ schildert diese brüchige, unstrukturierte Welt der Erwachsenen ausschließlich aus der Perspektive und der Sichtweise des Mädchens. Und so sind auch die Verzerrungen, Übertreibungen und Ungereimtheiten zu erklären, die den Film so spannend und attraktiv machen. Ein hochinteressanter Kinderfilm für Erwachsene.