Kind 44
von Daniel Espinosa – USA 2015 – 136 Min.
Eine Mischung aus Krimi und Polit-Thriller nach einem Bestseller des britischen Autors Tom Rob Smith. Die Handlung spielt in der UdSSR in den Fünfziger Jahren – also zur Stalinzeit, in der des offiziell keine Verbrechen gab. Hier geht es um einen couragierten Offizier, der mehr oder weniger aus persönlichem Engagement heraus einem Serienmörder auf der Spur ist. Die Orte der Handlung und die Charaktere heben sich angenehm ab von den gestanzten Figuren des herkömmlichen britisch-amerikanischen Krimis. Insofern hat der Film einen hohen Unterhaltungswert, der den Anforderungen an einen perfekten Genre-Krimi gerecht wird.
Allerdings sagt er sehr wenig aus über die zeitgeschichtlichen, realen Hintergründe und die Kriminalgeschichte hinter dem Eisernen Vorhang. Wer dazu mehr erfahren möchte, der ist mit den Krimis des russischen Kriminalschriftsteller Arkadi Adamow bestens bedient. Sie sind in den 1960- und 1970er Jahren im Verlag Volk und Welt erschienen und genießen bei Kennern und Sammlern hohes Ansehen – „Der verschwundene Hotelgast“ und „Die Tote in der Baugrube“ sind Klassiker, die man auch heute noch lesen kann.