Porträt Horst Schäfer
Wertung: sollte man gesehen haben

Captain Fantastic

von Matt Ross – USA 2016 – 120 Min.

Der hochgebildete Ben lebt aus Überzeugung mit seinen sechs Kindern in der Einsamkeit der Berge im Nordwesten Amerikas. Er unterrichtet sie selbst und bringt ihnen mit eigenwilligen, unkonventionellen Methoden nicht nur ein überdurchschnittliches Wissen bei, sondern auch wie man jagt und in der Wildnis überlebt. Als seine Frau stirbt, ist er gezwungen mitsamt seinen Sprösslingen seine selbst geschaffene Aussteigeridylle zu verlassen und der realen Welt entgegenzutreten. In einem alten, klapprigen Bus macht sich die Familie auf den Weg quer durch die USA zur Beerdigung, die bei den Großeltern stattfinden soll. Diese sind konservativ und leben in einem gutbürgerlichen Ambiente. Ben und seine Kinder sehen sich nach jahrelanger, selbstgewählter Zurückgezogenheit mit der Zivilisation konfrontiert, was für alle Beteiligten nicht ohne Folgen bleibt.

Natur trifft auf Kultur! Das ist der mit leisem Humor erzählte Spannungsbogen. Eine interessante Versuchsanordnung, wobei die Struktur der Konfrontation wichtiger ist als die Logik des Drehbuches. Hinterfragen sollte man die Geschichte nicht – allenfalls das eigene Verhalten, sich einer solchen Situation ausgesetzt zu sehen.