Berlin-Syndrom
von Cate Shortland – Australien 2017 – 116 Min.
Der Begriff „Stockholm-Syndrom“ ist auf eine Geiselnahme im August 1973 in Schweden zurückzuführen. Hier kam es zu einer außergewöhnlichen emotionalen Beziehung zwischen den Geiselnehmern und ihren Opfern. Den Filmtitel „Berlin-Syndrom“ kann man als eine Anspielung auf dieses Ereignis deuten. Hier gerät eine junge, australische Backpackerin, die Berlin erkundet, in die Gewalt eines zunächst harmlos und sympathisch auftretenden Englischlehrers, der sie in einem verlassenen Haus gefangen hält. Die Handlung orientiert sich mehr an den Gesetzen eines Genre-Drehbuchs als an einer möglichen Realität. Dafür aber wird die Geschichte von zwei intensiv präsenten Hauptdarstellern und einer berauschenden Kameraführung erzählt – die Außenwelt aus einer touristischen Perspektive heraus und das Innere mit den klaustrophobischen Stimmungen eines Thrillers.