In Zeiten des abnehmenden Lichts
von Matti Geschonneck – D 2017 – 101 Min.
Vorlage des Films ist der gleichnamige, mit dem Deutschen Buchpreis 2011 ausgezeichnete Roman von Eugen Ruge; das Drehbuch schrieb Wolfgang Kohlhaase. Es geht um das Schicksal einer Familie in vier Generationen, die in den letzten Tagen der DDR zusammenkommt, um den 90. Geburtstag eines hochdekorierten SED-Funktionärs (Bruno Ganz) zu feiern. Das Treffen führt zum Zerfall der Familie.
Vergleichbar ist der Film mit dem Psychodrama „Das Fest“ von Thomas Winterberg (Dänemark 1998), der den Zusammenbruch einer Familien-Idylle nach den DOGMA 95-Regeln zeigt. In dem Film von Geschonneck zerfällt nicht nur eine Familie, sondern auch ein System und ein ganzer Staat. Neben den überzeugenden darstellerischen Leistungen des gesamten Ensembles ist es auch die minutiöse und detaillierte Rekonstruktion des DDR-Alltags, die den Gehalt des Films ausmachen.