Paradies
von Andrei Konchalovsky – Russland/ D 2016 – 131 Min.
In Frankreich während des Zweiten Weltkriegs kreuzen sich die Wege von Olga, Jules und Helmut. Olga, eine aristokratische Immigrantin, arbeitet als Redakteurin für eine Modezeitschrift, gehört aber auch zur Résistance. Sie fliegt auf, als bei einer Razzia der Deutschen in ihrer Wohnung zwei jüdische Kinder entdeckt werden. Im Gefängnis trifft sie auf den Franzosen Jules, der mit den Nazis kollaboriert und ihr ein milderes Strafmaß im Austausch für sexuelle Gefälligkeiten anbietet. Doch eines Tages verschwindet Jules wegen Korruption und Olga landet in einem Konzentrationslager. Hier trifft sie ausgerechnet auf den SS-Offizier Helmut, der sich vor Beginn des Krieges in sie verliebt hatte…
Eine schwer zu beschreibende, intensive Handlung mit einer emotionalen Dichte, wie sie das filmische Oeuvre von Konchalowsky geprägt hat. Ein kraftvoller Film über den Raum zwischen der unstillbaren Sehnsucht nach Erlösung und den grausamen Realitäten des 20. Jahrhunderts, eine zeitlose Parabel aufs Menschsein im Holocaust. Er wurde mit mehreren Preisen und Auszeichnungen bedacht; leider nicht für die überragende Darstellerin Julia Vysotskaya (Olga), die dem Film im wahrsten Sinne des Wortes ihr ‚Gesicht’ verleiht.