Hampstead Park – Aussicht auf Liebe
von Joel Hopkins – GB 2016 – 103 Min.
Die eigenwillige Amerikanerin Emily passt nicht so recht in die hochnäsige Nachbarschaft Hampsteads. Durch Zufall macht sie die Bekanntschaft des kauzigen Donald, der seit Jahren in einer selbstgezimmerten, schäbigen Hütte im weitläufigen Park lebt. Er soll daraus vertrieben werden und einem Luxusbauprojekt weichen. Entschlossen und zum großen Entsetzen ihrer Freunde stellt Emily sich im Kampf um sein Zuhause auf die Seite des Außenseiters. Für alle überraschend entwickelt sich daraus eine ungewöhnliche Liebesgeschichte fern aller gesellschaftlichen Konventionen, die den beiden den Weg in eine neue Welt eröffnet. Inspiriert wurde der Film von einer realen Figur: Dem im Februar 2016 verstorbenen Iren Henry Hallowes, der von 1987 bis zu seinem Tod in einer abgeschiedenen Ecke des Hampstead Parks lebte. Daraus wurde nun eine sozialromantische Komödie mit viel Zuckerguss überzogen. Diane Keaton führt die große Hollywood-Gefühlsskala vor; Brendan Gleeson kann sich glücklicherweise hinter einem großen struppigen Bart verstecken. Die anderen Rollen, wie die der zickigen, neureichen Nachbarinnen, die sich als Freundinnen ausgeben solange es ihrem Vorteil dient, bedienen alle Klischees. Was hätte Ken Loach aus so einer Geschichte gemacht?